Gäubodenmuseum Straubingen

Interview mit Prof. Dr. Günther Moosbauer, Leiter des Gäubodenmuseums

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Das Museum ist eine große Schatzkiste in einer liebenswerten altbayerischen Stadt.
Prof. Dr. Günther Moosbauer, Leiter des Gäubodenmuseums
Interview Gäubodenmuseum

Und was hat Ihr Museum zu bieten, das andere nicht haben?
Das Museum zeigt auf ca. 2500 qm Ausstellungsfläche 7000 Jahre Geschichte der Region über international bedeutende archäologische Funde (z.B. frühbronzezeitliche Straubinger Kultur, Römerschatz, „Baiern gefunden!“), aber auch die Geschichte einer altbayerischen Residenzstadt.

Warum sollte man heute überhaupt noch ins Museum gehen – statt ins Internet?
Die Authentizität der Ausstellungsobjekte im Original schafft einen konkreten emotionalen Bezug für den Besucher, wenn die Stücke im Museum gut aufbereitet sind (Erklärung der Funktion, Einordnung in den Kontext, Anknüpfungspunkte an heute).

Was hat Ihr Museum der gegenwärtigen Gesellschaft konkret zu sagen?
Die Gesellschaften haben und hatten immer wieder mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: Als Beispiel sei das Thema Migration genannt, das im Neolithikum durch den Zuzug von Bevölkerung aus dem östlichen Mittelmeerraum, in römischer Zeit durch den von syrischen Bogenschützen aus dem Hauran präsent ist, oder auch durch den in „Baiern gefunden!” herausgearbeiteten Schmelztiegel, zu dem das frühmittelalterliche Baiern geworden ist.

Was würden Sie diesbezüglich als Ihr spannendstes Stück bezeichnen?
Der Römerschatz dürfte aus dem Kastell der ersten Canathenerkohorte stammen: Er wurde als germanischer Verwahrfund in der Villa vom Alburger Hochweg versteckt. Die Rüstungen zeigen Verzierungen, welche von den Soldaten selbst ausgesucht und finanziert worden sind, und damit für die inschriftlich vermerkten Eigentümer ein Stück römische Mentalitätsgeschichte.