Schon gewusst? Aus dem Landkreis Regensburg kommt ein erlesener Rosé-Sekt

„Ein wunderschönes Fleckerl Landkreis!“ Regensburger Landrätin Tanja Schweiger hat in den vergangenen Tage die Weinlese der Luttner’schen Trauben eröffnen dürfen. Der Weinberg mit angrenzendem Haus von Franz und Doris Luttner befindet sich am Tiefenthaler Hang.
Auf insgesamt 2.200 Quadratmetern stehen 1.000 Weinstöcke, deren Wurzeln bis zehn Meter in die Erde ragen und die den Saft für vorzügliche Rot- und Weißweine liefern. Tiefenthal im Landkreis Regensburg markiert den östlichsten Punkt einer Weinroute. Diese beginnt in Regensburg und führt durch das zweitkleinste Weinbaugebiet Deutschlands.
 

Stoßen auf einen gelungenen Jahrgang Rosé-Sekt aus dem Hause Luttner an: Doris Luttner, Landrätin Tanja Schweiger und Franz Luttner.
Stoßen auf einen gelungenen Jahrgang Rosé-Sekt aus dem Hause Luttner an: Doris Luttner, Landrätin Tanja Schweiger und Franz Luttner. © LKR Regensburg, Foto: Verena Knerr

Regional. Biologisch. Handverlesen. 

Dass ein Weinbauer in der so genannten Baierwein-Region bevorzugt auf Rotwein setzt, wurde in der Vergangenheit nicht selten mit einem Augenzwinkern als avantgardistisch bewertet. Franz Luttner setzte eins obendrauf, indem er vor beinahe zehn Jahren auf konsequenten biologischen Anbau umsattelte. Sein flausenhafter Einfall Nummer drei: Rosé-Sekt, hergestellt nach der méthode champenoise.  
Der Tropfen, den Bayerns Weinpapst Hermann Mengler wie folgt beschreibt: „… lachsrot, feine Perlage, mit tiefem, aristokratischen Geschmackserlebnis“, ist eine Bereicherung für die deutsche Weinkultur. Und tatsächlich erlesen. Grundvoraussetzung ist eine sehr gute Qualität der handverlesenen Trauben, die in einem Labor überprüft wird. 

Drei Viertel Acalon, ein Viertel Johannite

Die Herstellung kurz und knapp: Der schon gegorene Rosé-Wein, ein Cuvée, gewonnen aus drei Vierteln der Rebsorte Acalon und einem Viertel Johanniter, wird zu einer Sekt-Produktions-Firma in Würzburg geliefert. Insgesamt reift der Sekt circa neun Monate in einem wunderschönen alten Weinkeller heran, bevor er wieder zurück nach Tiefenthal kehrt. Ein besonderer Moment für Franz Luttner. Und nicht nur für ihn, sondern auch für seine Frau Doris und die beiden „Kumpel“ Michael Mike Füchsle und Herbert Baumer, die den Winzer seit Jahren – trotz oder gerade wegen seiner Flausen – tatkräftig unterstützen. 

„Man kauft den Anspruch!“

Zu finden, zu kaufen und zu trinken gibt es die Tiefenthaler Tropfen in privaten Kellern, in ausgewählten Bio- und Supermärkten, auf regionalen Märkten. Zusätzlich organisiert Doris Luttner Weinverköstigungen und bedient Kunden aus der ganzen Welt, die auf ihrer Durchreise zufällig oder absichtlich an der Baierwein-Region vorbeikommen und spontan an ihrer Haustür klingeln. Ein weiterer Absatzweg ist der Versand, der langsam, aber sicher zunimmt aufgrund der liebevoll gestalteten Webseite www.luttner-weinbau.de

Vernetzung für mehr Schlagkraft

Apropos Vermarktung – und andere Schlagworte wie Wissenstransfer, Zusammenhalt, Regionalentwicklung. Das nämlich sind Themen, die Landrätin Tanja Schweiger in Zukunft gerne voranbringen wollte: „Mein Wunsch wäre, im Landkreis die Akteure, die mit dem Thema Wein zu tun haben, unter einem Dach zu vereinen.“
Der Landkreis ist übrigens bereits aktiv: Auf der Webseite der RLR – Gesellschaft für Regionalmarketing im Landkreis Regensburg GmbH www.nimms-regional.de werden regionale Produkte, darunter auch Weine aus der Region, angeboten; seit ein paar Monaten auch auf der externen Webseite www.mein-regionalmarkt.de. Daneben organisiert das Team der Regionalentwicklung am Landratsamt Regensburg Märkte, wie beispielweise den Markttag in Lappersdorf Anfang September, auf denen sich die Besucherinnen und Besucher mit regionalen Produkten eindecken können. 
Darüber hinaus hat die Landkreischefin noch einige Ideen mehr: Weinverkostungen in hiesigen Gasthäusern und Hotels – Verkaufsautomaten mit Produkten aus der Region – Verkauf in Dorfläden. Um all die Ideen umzusetzen, braucht es einen Zusammenschluss, einen Schulterschluss aller Akteure – selbstverständlich auch mit dem Baierwein-Museum in Bach a.d. Donau. „Wir brauchen eine stärkere Vernetzung für noch mehr Schlagkraft“, formuliert Landrätin Tanja Schweiger. Was das zweitkleinste Weinbaugebiet Deutschlands auch noch braucht, sind junge Avantgardisten, die die uralte Tradition fortführen.

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Ein Blick durch das Handrefraktometer: Landrätin Tanja Schweiger liest unter Anleitung von Weinbauer Franz Luttner die Öchsle-Werte ab. Der heurige Wein könnte gut werden. © LKR Regensburg, Foto: Petula Hermansky
Landrätin Tanja Schweiger packt bei der Weinlese tatkräftig mit an. © LKR Regensburg, Foto: Petula Hermansky