Archäologiepark Altmühltal – Station 06: Grabhügel der Bronzezeit
Ein nachgebauter Grabhügel in Altessing zeigt, wie bronzezeitliche Begräbnisstätten aussahen. Er basiert auf Funden aus Ausgrabungen des Jahres 1974 – ein greifbares Zeugnis alter Totenrituale.
Die Entdeckung von 1974
Noch vor den großen Ausgrabungen beim Bau des Main-Donau-Kanals stießen Arbeiter 1974 bei Straßenbauarbeiten in Altessing auf zahlreiche Steine. Diese stellten sich als Überreste von 20 Gräbern aus der Hügelgräberbronzezeit heraus.
Aufbau der Gräber
Die Gräber hatten einen besonderen Aufbau:
- Steinpodien: Flache Steinplatten, auf denen die Toten lagen – mit einem Durchmesser von bis zu sieben Metern
- Steinkränze: Ein Ring aus großen Kalksteinen umgab jedes Podium
- Erdhügel: Darüber schütteten die Angehörigen einen Hügel auf – nach 3.500 Jahren war davon nichts mehr zu sehen
Familiengräber und Beigaben
In einigen Gräbern lagen zwei Steinpodien nebeneinander, an drei Hügeln wurde nachträglich ein zweiter Hügel angebaut. Möglicherweise wurden dort ganze Familien bestattet.
Die Toten wurden mit persönlichen Gegenständen begraben:
- Frauen: Schmuck und Trachtenteile
- Männer: Waffen und Ausrüstung
- Alle Gräber: Keramikgefäße wie Tassen, Schalen und Schälchen mit typischen Mustern der Zeit um 1.500 vor Christus – vermutlich gefüllt mit Speisen und Getränken für das Leben nach dem Tod
Kontakt
Adresse
Archäologiepark Altmühltal - Station 6 - Grabhügel der Bronzezeit
Schulstraße 2
93343 Essing
Verwaltungsadresse
Archäologisches Museum Kelheim
Lederergasse 11
93309 Kelheim