Archäologiepark Altmühltal – Station 10: Opferplattform der Bronzezeit
Station 10 des Archäologieparks Altmühltal zeigt die Rekonstruktion eines Monuments aus der Bronzezeit: ein Rondell ohne Grab, das bis heute Fragen aufwirft.
Ein Friedhof aus der Bronzezeit
Beim Bau des Main-Donau-Kanals zwischen 1987 und 1990 stießen Ausgräber bei Riedenburg-Emmerthal südöstlich von Aicholding auf ein Grabhügelfeld aus der mittleren Bronzezeit. Der Friedhof umfasste einst 24 Grabhügel mit insgesamt 35 Bestattungen – mindestens 23 davon stammen aus dem 16. und 15. Jahrhundert vor Christus.
Das rätselhafte Rondell
Einer der Hügel sticht besonders heraus: Er misst elf Meter im Durchmesser und ist von einer Trockenmauer eingefasst – zwei Meter dick und bis zu 1,30 Meter hoch. Ungewöhnlich daran: Im Inneren fand sich kein Grab.
Erst am Rand des Hügels entdeckten Forscher eine spätere Nachbestattung. Die Grabbeigaben geben Hinweise auf das Alter:
- zwei Plattenkopfnadeln
- fünf s-förmige Bronzespiralen
- eine Bernsteinperle
Diese Funde datieren das Rondell auf die Zeit um 1.700 bis 1.600 vor Christus.
Scheingrab oder Opferplatz?
Wie das Monument genutzt wurde, ist bis heute nicht geklärt. Drei Möglichkeiten werden diskutiert:
- Scheingrab: Das Rondell könnte als symbolisches Grab ohne echte Bestattung angelegt worden sein.
- Verbrennungsplatz: Ähnliche Bauten in Niederösterreich deutet man als Plattformen, auf denen Tote verbrannt wurden.
- Opferstätte: Möglicherweise fanden hier andere rituelle Handlungen im Rahmen von Bestattungen statt.
Welche Erklärung zutrifft, bleibt offen – und macht diesen Ort zu einem der spannendsten Rätsel entlang des Archäologieparks Altmühltal.
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In der Nähe der Kläranlage
Aicholding 30
93339 Riedenburg